Steuererklärung selber machen: Tipps für die Steuer

Die jährliche Steuererklärung - für viele ein notwendiges Übel, für andere eine Chance, bares Geld zurückzubekommen. Wer seine Steuererklärung selbst in die Hand nimmt, kann nicht nur Geld sparen, sondern auch ein tieferes Verständnis für die eigenen Finanzen entwickeln. Keine Angst, es ist weniger kompliziert als man denkt! Mit den richtigen Tipps und Tricks navigierst du problemlos durch den Paragraphen-Dschungel und holst das Maximum für dich heraus.

Los geht's: Warum du deine Steuererklärung selbst machen solltest (und wann vielleicht doch nicht)

Die Frage, ob man die Steuererklärung selbst macht oder einen Steuerberater beauftragt, ist sehr individuell. Der größte Vorteil der Selbsterstellung ist natürlich die Kostenersparnis. Steuerberater können je nach Komplexität des Falls ganz schön ins Geld gehen. Außerdem lernst du dabei viel über deine eigenen Finanzen und die steuerlichen Regelungen in Deutschland.

Allerdings gibt es auch Situationen, in denen ein Steuerberater sinnvoll sein kann. Das gilt vor allem, wenn:

  • Du sehr komplexe Einkommensverhältnisse hast (z.B. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, selbstständiger Tätigkeit oder Kapitalanlagen in großem Umfang).
  • Du dich überhaupt nicht mit dem Thema Steuern auseinandersetzen möchtest.
  • Du unsicher bist, welche Ausgaben du absetzen kannst.

Wenn du jedoch "normale" Einkommensverhältnisse als Angestellter oder Rentner hast, ist die Selbsterstellung in der Regel gut machbar.

Die richtige Vorbereitung ist alles: Was du brauchst, bevor du loslegst

Bevor du dich an die eigentliche Steuererklärung machst, solltest du alle relevanten Unterlagen zusammensuchen. Eine gute Vorbereitung spart Zeit und Nerven. Hier eine Liste der wichtigsten Dokumente:

  • Lohnsteuerbescheinigung: Diese erhältst du von deinem Arbeitgeber.
  • Rentenbescheid: Falls du Rentner bist.
  • Belege für Werbungskosten: Das sind Ausgaben, die dir im Zusammenhang mit deiner Arbeit entstanden sind (z.B. Fahrtkosten, Arbeitsmittel, Fortbildungen).
  • Belege für Sonderausgaben: Dazu gehören z.B. Spenden, Kirchensteuer, Beiträge zur Altersvorsorge.
  • Belege für außergewöhnliche Belastungen: Das sind z.B. Krankheitskosten, Pflegekosten, Scheidungskosten.
  • Nachweise über haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen: Hierzu zählen z.B. Putzhilfe, Gärtner, Handwerkerrechnungen.
  • Kontoauszüge: Als Nachweis für bestimmte Ausgaben.

Tipp: Lege dir einen Ordner an, in dem du alle Belege sammelst. So hast du alles griffbereit, wenn du deine Steuererklärung machst.

Steuererklärung online oder per Papier: Welche Option ist die richtige für dich?

Grundsätzlich hast du zwei Möglichkeiten, deine Steuererklärung einzureichen:

  • Online mit ELSTER: ELSTER ist das Online-Portal der Finanzverwaltung. Hier kannst du deine Steuererklärung elektronisch erstellen und einreichen. Das ist die schnellste und bequemste Option. Du benötigst dafür ein ELSTER-Zertifikat, das du kostenlos beantragen kannst.
  • Per Papierformular: Du kannst die Steuerformulare auch ausdrucken, ausfüllen und per Post an das Finanzamt schicken. Diese Option ist zwar etwas umständlicher, aber für manche vielleicht vertrauter.

Die Online-Variante mit ELSTER ist heutzutage die empfohlene Methode. Sie ist nicht nur schneller und bequemer, sondern bietet auch einige Vorteile, wie z.B. die automatische Berechnung der Steuererstattung oder -nachzahlung.

Schritt für Schritt: So füllst du deine Steuererklärung aus

Die Steuererklärung besteht aus verschiedenen Formularen. Die wichtigsten sind:

  • Mantelbogen: Hier trägst du deine persönlichen Daten ein.
  • Anlage N: Hier gibst du deine Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit an.
  • Anlage Vorsorgeaufwand: Hier trägst du deine Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung ein.
  • Anlage Sonderausgaben: Hier gibst du deine Spenden, Kirchensteuer und andere Sonderausgaben an.
  • Anlage Außergewöhnliche Belastungen: Hier trägst du deine Krankheits-, Pflege- und Scheidungskosten ein.
  • Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen: Hier trägst du deine Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen ein.

Wichtig: Fülle die Formulare sorgfältig und vollständig aus. Achte darauf, dass du alle relevanten Angaben machst und die richtigen Beträge einträgst.

Tipp: Nutze die Hilfetexte in ELSTER oder den Anleitungen zu den Papierformularen. Dort werden die einzelnen Felder ausführlich erklärt.

Werbungskosten: Das kannst du von der Steuer absetzen

Werbungskosten sind Ausgaben, die dir im Zusammenhang mit deiner Arbeit entstanden sind. Sie mindern dein zu versteuerndes Einkommen und können dir eine Steuererstattung bringen. Hier einige Beispiele für typische Werbungskosten:

  • Fahrtkosten: Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kannst du eine Entfernungspauschale von 0,30 Euro pro Kilometer (ab dem 21. Kilometer 0,38 Euro) ansetzen.
  • Arbeitsmittel: Dazu gehören z.B. Computer, Büromaterial, Fachbücher.
  • Fortbildungen: Kosten für Kurse, Seminare und andere Fortbildungen, die beruflich veranlasst sind.
  • Berufskleidung: Kosten für typische Berufskleidung (z.B. Arztkittel, Uniform).
  • Kontoführungsgebühren: Du kannst pauschal 16 Euro pro Jahr absetzen.
  • Umzugskosten: Wenn der Umzug beruflich veranlasst ist.

Wichtig: Hebe alle Belege für deine Werbungskosten auf. Du musst sie dem Finanzamt zwar in der Regel nicht mitschicken, aber auf Nachfrage vorlegen können.

Sonderausgaben: Spenden, Altersvorsorge und Co.

Sonderausgaben sind bestimmte Ausgaben, die du ebenfalls von der Steuer absetzen kannst. Sie mindern ebenfalls dein zu versteuerndes Einkommen. Hier einige Beispiele:

  • Spenden: Spenden an gemeinnützige Organisationen kannst du bis zu einer bestimmten Höhe absetzen.
  • Kirchensteuer: Die gezahlte Kirchensteuer kannst du in voller Höhe absetzen.
  • Beiträge zur Altersvorsorge: Beiträge zur Riester-Rente oder Rürup-Rente kannst du bis zu einer bestimmten Höhe absetzen.
  • Schulgeld: Für Kinder, die eine Privatschule besuchen, kannst du einen Teil des Schulgelds absetzen.

Wichtig: Auch hier gilt: Hebe alle Belege auf!

Außergewöhnliche Belastungen: Wenn das Leben teuer wird

Außergewöhnliche Belastungen sind Ausgaben, die dir aufgrund besonderer Umstände entstanden sind. Sie mindern dein zu versteuerndes Einkommen, allerdings nur, wenn sie eine bestimmte zumutbare Belastung übersteigen. Hier einige Beispiele:

  • Krankheitskosten: Kosten für Arztbesuche, Medikamente, Krankenhausaufenthalte.
  • Pflegekosten: Kosten für die Pflege von Angehörigen.
  • Scheidungskosten: Kosten für das Scheidungsverfahren.
  • Bestattungskosten: Kosten für die Beerdigung von Angehörigen.

Wichtig: Dokumentiere alle außergewöhnlichen Belastungen sorgfältig.

Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen: Steuern sparen im eigenen Zuhause

Für haushaltsnahe Dienstleistungen (z.B. Putzhilfe, Gärtner) und Handwerkerleistungen (z.B. Reparaturen im Haus) kannst du einen Teil der Kosten von der Steuer absetzen. Das Finanzamt erstattet 20 Prozent der Kosten, maximal jedoch 4.000 Euro pro Jahr.

Wichtig: Die Rechnung muss detailliert sein und die Arbeitskosten separat ausweisen. Die Zahlung muss per Überweisung erfolgt sein.

Fristen und Termine: Wann du deine Steuererklärung abgeben musst

Die Steuererklärung muss in der Regel bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt eingereicht werden. Wenn du einen Steuerberater beauftragst, hast du in der Regel bis zum 28. Februar des übernächsten Jahres Zeit. Verspätete Abgabe kann zu Verspätungszuschlägen führen.

Tipp: Reiche deine Steuererklärung frühzeitig ein. So hast du genug Zeit, um eventuelle Fehler zu korrigieren oder fehlende Unterlagen nachzureichen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Was ist die zumutbare Belastung bei außergewöhnlichen Belastungen? Die zumutbare Belastung ist ein Prozentsatz deines Einkommens, der je nach Familienstand und Einkommenshöhe variiert.
  • Kann ich meine Steuererklärung auch mit einer App machen? Ja, es gibt verschiedene Steuer-Apps, die dir die Erstellung der Steuererklärung erleichtern.
  • Was passiert, wenn ich Fehler in meiner Steuererklärung mache? Keine Panik! Du kannst die Steuererklärung innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheids korrigieren.
  • Muss ich alle Belege mit der Steuererklärung einreichen? In der Regel musst du die Belege nicht mitschicken, aber auf Nachfrage des Finanzamts vorlegen können.
  • Was ist der Unterschied zwischen Werbungskosten und Sonderausgaben? Werbungskosten sind Ausgaben, die im Zusammenhang mit deiner Arbeit entstanden sind, während Sonderausgaben bestimmte private Ausgaben sind, die du absetzen kannst.

Fazit

Die Steuererklärung selbst zu machen, mag anfangs abschreckend wirken, ist aber mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Tipps gut machbar. Nutze die Möglichkeiten, die dir ELSTER bietet, und scheue dich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du nicht weiterweißt. So holst du das Beste aus deiner Steuererklärung heraus und sicherst dir eine mögliche Steuererstattung.